Das Leben als Camper

Nun ist mein letzter Arbeitstag für das Departement of Conservation auch schon über eine Woche her, d.h. ich bin nun auf mich allein gestellt! Da es mit meinem Job als Kiwi- und Apfelpicker leider doch nicht aufgrund des fehlenden Fahrzeugs geklappt hat, habe ich mir Verstärkung von zwei Bekannten, Clara und Sevi, geholt, die das VolunteerProjekt auf der Nordinsel gemacht haben, und wir bereisen nun die Südinsel anstatt zu arbeiten. In meiner letzten Volunteer-Woche durfte ich das erste Mal den Projektort Punakaiki verlassen und in der Nähe des Franz Josef glacier arbeiten. Jedoch erlebte ich in dieser Woche soviel, sodass ich gar nicht mehr genau weiß, was wir in der Woche arbeitstechnisch gemacht haben, aber dafür umso mehr, was wir nach der Arbeit gemacht haben: Am ersten Tag fuhren wir in der Abenddämmerung in einen Wald und neben den sensationellen SternenHimmel durften wir wilden Kiwivögel (die entgegen vieler Meinungen äußerst selten sind) lauschen. Am Dienstag fuhren wir dann dann zum Franz Josef Glacier, für mich war es ein außergewöhnlicher Gletscher, da ich noch nicht so viele gesehen habe, die Schweizer von uns fanden diesen aber eher langweilig, da es in der Schweiz viel schönere Gletscher gibt, an die man auch näher herantreten kann... Egal, ich war trotzdem hin und weg.



Am Mittwoch sind wir dann einen 3 stündigen Track direkt neben unseren Wochenbleibe gelaufen. Nach ca. 1 1/2 Stunden Marsch durch etwas waldähnlichem auf einem Hügel mit schönen Aussichtspunkten auf das weite Meer, kamen wir dann an einen wunderschönen Klippenstrand. Unser Gruppenleiter warnte uns noch genau hinzugucken, da sich zwischen den Steinen manchmal auch Robben befinden, aber leider hatten wir Pech!


Und nun das Highlight dieser Woche: am Donnerstag Morgen stand ich etwas früher auf, um den Liveticker des Spiels Juve gegen Bayern in einer nahe gelegenden Bar zu verfolgen. Bei einem ungefährdeten Vorsprung und einer leckeren Tasse Kaffee, war ich tiefen entspannt und wollte neben den sportlichen Neuigkeiten auch Neuigkeiten aus aller Welt erfahren. Doch plötzlich fuhr unser Teamleader mit dem Rest der Gruppe vor und hupte ganz aufgeregt. Nach einer Sekunde der Verwirrung (wir wollten eigentlich erst ne halbe Stunde später anfangen zu arbeiten) fragte ich, was los sei. Daraufhin kam nur: kiwis gucken, kiwis gucken!!! Bezahlt hatte ich noch nicht, kein Angestellter in der Nähe, also Geld aufn Tisch gehauen und im Vollsprint zum Bulli, Handy an das Radio angeschlossen und erwartungsvolle Musik angemacht und tatsächlich kamen wir dann in eine Kiwizucht, in der junge Kiwis gepflegt werden, bis sie stark genug sind, um in der Natur zu überleben!



Sie sind in Wahrheit viel schöner als der Wikipediaartikel und das Foto dort es vermuten lassen!


Den letzten Tag ließen wir dann noch in einer gemütlichen Runde ausklingen. Nach der Verabschiedung ging es dann Richtung Nelson für mich, wo mich paar Tage später Clara und Sevi mit ihrem Auto einsammeln wollten. Die Tage in Nelson verbrachte ich mit ein bisschen Sightseeing und am Dienstag ging dann unsere Campingtour los. Leider haben wir uns definitiv nicht das beste Wetter für das Leben im Zelt entschieden, da es seit Tagen einfach nur am regnen ist! Wir haben es die ersten 5 Nächte immer geschafftc, den Regen so abzupassen, dass wir das Zelt wenigstens im Trockenem auf- und abbauen konnten, doch dieses Glück verließ uns gestern, sodass wir das Zelt im strömenden Regen abgebaut und uns für diese Nacht eine feste Unterkunft organisiert haben, damit das Zelt einmal richtig trocken wird! Die Plätze, die wir uns während der Campingtour angeguckt haben, waren aber umso schöner, auch wenn ich vermute, dass sie bei strahlendem Sonnenschein noch schöner wären. Neben der Golden Bay und einem Teil des Abel Tasman Parks durfte ich das erste Mal in meinem Leben einen wirklich großen und starkströmenden Wasserfall sehen. Schon erstaunlich, was für eine Naturgewalt Wasser einfach sein kann! (Bilder folgen).


Am Ende der Woche endet erstmal meine Campingtour, da Clara uns wieder Richtung Deutschland verlassen wird, und ich werde mit Sophia (einem Mädel aus dem Projekt auf der Südinsel), Lukas(den hab ich zufällig im Flugzeug kennen gelernt) und noch einem Bekannten/einer Bekannten von ihm weiterreisen. Ob sich hier eine weitere Zelttour anpreist, wage ich aufgrund des unbeständigen Wetters zu bezweifeln, aber schaun wir mal!


21.4.13 23:54

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